Musterbestände zum Waldumbau
Musterbestände rund um Naturverjüngung

Üppige Buchennaturverjüngung

Üppige Buchennaturverjüngung

Nichts erleichtert die Wiederbewaldung so sehr, wie Bäume, die sich selbst natürlich ansamen. Die Wurzel kann sich ungestört entwickeln und es entstehen keine Kosten für Pflanzmaterial und Pflanzung.

Lediglich ein Schutz gegen Wildverbiss ist häufig noch von Nöten, um das natürliche Verjüngungspotential unserer Wälder mit der gesamten Baumartenvielfalt ausnutzen zu können. Nur wenn die passenden standortsgerechten Mischbaumarten als Samenbäume im Altbestand fehlen, muss man sich über die Pflanzung mit klimatoleranten Baumarten behelfen.

Baumarten wie Fichte, Kiefer und auch Buche, die heute den Hauptteil unserer Wälder ausmachen, kommen besonders im Reinbestand zunehmend an ihre ökologischen Grenzen. Daher ist es wichtig, die Waldbestände möglichst frühzeitig an die sich ändernden Klimabedingungen anzupassen.

Musterbestand des Nutzungsrechtewaldes Steinheim - Naturverjüngung nach Eschentriebsterben

Ausgangslage

Nvj Esche Mischbestand 1Zoombild vorhanden

Geschützte Laubholz Naturverjüngung

Eschengeprägter Mischbestand mit einzelnen Alteichen und Lärchen. Durch das Eschentriebsterben mussten viele Bäume entnommen werden und es sind größere Lücken entstanden.

Motivation und Zielsetzung des Waldbesitzers

Ziel ist es, möglichst kostengünstig, mit standortgemäßen Baumarten einen klimastabilen Mischwald zu schaffen.

Maßnahmen bis zum heutigen Erscheinungsbild

Da im Umgriff bereits ein sehr hohes Baumartenpotential vorhanden war, haben sich die Nutzungsrechtler Steinheim dafür entschieden, das Naturverjüngungspotential voll auszunutzen. Es mussten lediglich Zäune gegen Wildverbiss errichtet werden, um eine Entmischung zu verhindern.
Der erste Zaun entstand 2013, der zweite 2017 und der dritte 2019. Die ersten beiden Zäune konnten inzwischen bereits wieder abgebaut werden.
In der Verjüngung befinden sich vor allem Bergahorn, Eichen, Pappeln, Birken und vereinzelt Lärche.

Zukünftige Maßnahmen

Wenn auch die Bäumchen im letzten Zaunsegment groß genug sind, um nicht mehr durch Verbiss oder Verfegen geschädigt werden können, wird dieses abgebaut.
Danach erfolgen über die Jahre hinweg verteilt Pflegeeingriffe, um den Jungbäumen etwas Konkurrenzdruck zu nehmen und natürlich auch, um später gute Holzqualitäten zu erzielen.

Lageplan Steinheim

Musterbestand des Nutzungsrechtewaldes Roth - Die Hähersaat

Ausgangslage

Junge Eichenpflanzen im WuchsgitterZoombild vorhanden

Junge Eichenpflanzen im Wuchsgitter

Im durch Durchforstungen und einzelne Schadereignisse aufgelichtetem Fichten-Altholz der Gemeinde Pfaffenhofen an der Roth, bewirtschaftet durch die Nutzungsrechtler Roth, haben sich nach und nach junge Eichen angesamt. Das Saatgut stammt von den Alteichen am Waldrand und wurde durch Eichelhäher tiefer in den Bestand transportiert.
Eichelhäher legen sich mit Eicheln und Bucheckern versteckte Wintervorräte an. Da sie über den Winter nicht alle verzehren bzw. wieder finden, keimen die übrigen Samen schließlich. So verbreiten sich die Bäume schnell und über eine größere Distanz hinweg. Eichelhäher spielen somit eine wichtige Rolle in der natürlichen Wiederbewaldung. Fehlen die passenden Samenbäume im Ausgangsbestand, kann man sich über sogenannte „Häher-Teller“ behelfen.

Motivation und Zielsetzung

Die Eiche ist eine sowohl ökonomisch als auch ökologisch äußerst wertvolle Baumart, zeigt hervorragende klimastabile Eigenschaften und ist eine Bereicherung für unsere Wälder.
Die Nutzungsrechtler haben sich entschieden, diese „Gratis-Pflanzen“ für den zukünftigen Waldbestand zu erhalten und damit in Absprache mit dem Revierförster ein besonderes Experiment gewagt: die Eichen-Hähersaat unter Schirm.

Maßnahmen bis zum heutigen Erscheinungsbild

Von 2018 bis 2019 wurden alle sichtbaren Eichenpflänzchen mit Wuchsgittern vor Wildverbiss geschützt. Der Abstand variiert zwischen etwa 2,5 x 2,5 Meter bis 1 x 1 Meter.

Zukünftige Maßnahmen

In Absprache mit dem betreuenden Revierleiter des AELF Krumbach-Mindelheim wird sukzessive nachgelichtet, bis schlussendlich alle Altfichten der neuen Waldgeneration gewichen sind. Auch wenn die Eiche in ihrer frühen Jugend sehr schattenverträglich ist, so benötigt sie für ihr weiteres Wachstum viel Licht. Klassischer Weise wird sie daher auf Freiflächen gepflanzt.

Lageplan Pfaffenhofen an der Roth

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