Kulinarisches
Der Schwarze Holunder
von Christine Hostenbach

Schwarzer Holunder: Blätter und reife Beeren

Schwarzer Holunder

Der Holunder (Gattung Sambucus) ist bei uns als Schwarzer (S. nigra) und Roter Holunder (S. racemosa) weit verbreitet. Besonders den schwarzen Holunder findet man an Feldreinen, Waldrändern und auch im Wald häufig. Auf ihn beziehen sich die folgenden Informationen.

Mythologie

Bereits den Kelten galt der Holunder als heiliger Baum. Auch bei uns gibt es viele Sinnsprüche, Weisheiten und Mythen, die auf eine besondere Beziehung zwischen Mensch und Holunder hindeuten:

  • „Vor dem Holunder muss man den Hut abnehmen“, lautet ein Sprichwort, das den hohen Stellenwert des Holunders verdeutlicht.
  • Wer einen Holunder ohne triftigen Grund fällt und ihn vorher nicht um Verzeihung bittet, den ereilt Krankheit und Tod – so der Mythos.
  • Er dient seit jeher als Schutzbaum des Hauses und des Viehs.
  • Wer sich selbst verliert und wem der Boden unter den Füßen fehlt, sollte hin und wieder einen Holunder aufsuchen.
  • Ein Holunder neben dem Küchenfenster hält die Fliegen aus der Küche, da Fliegen (und auch andere Insekten) die Holunderblüten lieben.

Inhaltsstoffe

Glycoside, ätherisches Öl, Flavonoide, Cholin, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Vitamin C.

Eigenschaften

anregend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, krampflösend, pilztötend, antiviral, schleimlösend, schweißtreibend.

Anwendungen

  • Blüten: Holunderblüten als Tee trinken und sich danach zum Schwitzen ins Bett legen; stärkt das Immunsystem bei Erkältungskrankheiten.
  • Beeren: Auch der gekochte Beerensaft stärkt das Immunsystem, wirkt zusätzlich harntreibend und blutreinigend. Der Saft ist als Kur auch bei Schuppenflechte nützlich. Vorsicht: die Beeren nicht roh verzehren! Roh sind sie leicht giftig und es kann zu Brechreiz und Durchfall kommen.
  • Blätter (äußerlich): Gequetschte, frische Blätter helfen bei Geschwüren, Verbrennungen, Sonnenbrand, Insektenstichen, Wunden und Entzündungen.
  • Wurzel: Als Zusatz zu Blutreinigungstees, bei Muskelschmerzen und Gelenkrheumatismus und Ödemen.

Leckeres aus dem Schwarzen Holunder

Holunder-Karotten-Marmelade

Fruchtig - vitaminreich
Holunder-Karotten-Marmelade

Zutaten

  • 500g Holunderbeeren
  • 400 ml Wasser
  • 500 g Karotten
  • Gelierzucker 2:1 oder 3:1
Zubereitung

Beeren mit Wasser etwa 5 Minuten aufkochen und passieren. Karotten putzen, klein schneiden und mit etwas Wasser andünsten. Anschließend ebenfalls passieren. Beide Massen vermengen und mit Gelierzucker aufkochen. Heiß in saubere Gläser abfüllen.

Holunder-Knusperküchlein

Einfach lecker
Holunder-Knusperküchlein

Zutaten

  • 2 Eier
  • 130 g Mehl
  • 25 g Zucker
  • Salz
  • Mark 1/2 Vanilleschote
  • 180 ml Milch
  • etwa 20 Holunderblütendolden
  • Öl, Fett zum Frittieren
  • Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung

Die Eier trennen und das Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen. Mehl, Zucker, Vanillemark mischen. Milch und Eigelb miteinander verquirlen und zur Mehlmischung geben. Einen glatten Teig rühren und das Eiweiß vorsichtig unterheben. Die Holunderblütendolden portionsweise in den Teig tauchen und im heißen Fett (160 - 180 Grad) schwimmend goldgelb ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Puderzucker bestreut genießen.

Holunderperlwein

Anregend
Holunderperlwein

Zutaten

  • 3 ½ Tassen Zucker
  • 8 große blühende Holunderdolden
  • 1 Zitrone
Zubereitung

Zucker mit 2 Tassen heißem Wasser auflösen und alles in einen großen Plastikbehälter gießen. Holunderblüten mit 3 Scheiben geschnittener Zitrone 48 Stunden ziehen lassen. Anschließend ca. 3 kg Zucker einrühren und abseihen. In Flaschen füllen und kaltstellen. Mit Wasser (oder Sekt/Prosecco) verdünnt ein köstliches Erfrischungsgetränk.