Asiatischer Laubholzbockkäfer in Schönebach

Asiatischer Laubholzbockkäfer auf Ahornblatt

Asiatischer Laubholzbockkäfer
(Foto: LfL)

Im Oktober 2014 haben Spezialisten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Schönebach, einem Ortsteil der Gemeinde Ziemetshausen bei mehreren Laubbäumen einen Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) festgestellt.

Der ALB ist ein eingeschleppter Baumschädling. Er ist so gefährlich, da er fast alle heimischen Laubbaumarten befallen und auch gesunde Bäume innerhalb weniger Jahre zum Absterben bringen kann. Dies ist der erste nachgewiesene Befall in Schwaben und führt zu weitreichenden Maßnahmen im betroffenen Gebiet.

Um eine großflächige Ausbreitung des gefährlichen Baumschädlings zu verhindern, muss das betreffende Gebiet nach Vorgaben des Bundes und der EU unter Quarantäne gestellt werden. Durch die Quarantänezone (QZ) verläuft die Grenze der Landkreise Augsburg und Günzburg. Für die Bekämpfung des Käfers auf Waldflächen ist für den Landkreis Günzburg das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach (Schwaben) - Mindelheim (AELF KM) in Krumbach und für den Landkreis Augsburg das AELF Augsburg zuständig. Auf allen übrigen Offenlandflächen ist die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) mit Sitz in Freising Ansprechpartner.

Allgemeinverfügung und Karte des Befallsgebiets Ziemetshausen, Ortsteil Schönebach im Landkreis Günzburg - Verlängerung bis 31.Oktober 2022

Zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers auf Waldflächen hat die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Abstimmung mit der LfL eine Allgemeinverfügung (AV) für die betroffenen Waldflächen erlassen. Darin sind unter anderem die Ausweisung einer Quarantänezone und Verpflichtungen der Waldbesitzer enthalten.

Aufgrund eines Käferfundes im Jahr 2018 beschloss die LfL die Allgemeine Verfügung bis zum 31.Dezember 2022 zu verlängern, da eine DNA Analyse die Verwandtschaft dieses Käfers mit der Population von 2014 bestätigte. Gegen diesen Beschluss der LfL reichte die VG Ziemetshausen Klage ein. Im Laufe des Prozesses einigten sich beide Parteien nun auf einen Vergleich.
Ab dem 01. Mai 2021 wird die Pufferzone der Quarantänezone von einem zwei Kilometer Radius auf einen ein Kilometer Radius um die Befallszonen verkleinert. Die Gültigkeit der Allgemeinverfügung wird am 31. Oktober 2022 enden, wenn bis dahin kein Hinweis auf einen weiteren ALB-Befall bestätigt wird.

Wichtigste Konsequenzen aus den Allgemeinverfügungen für die Waldbewirtschaftung

Nach Punkt 3.5 Absatz 1 der Allgemeinverfügung vom 17. September 2016 zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers bedürfen alle Maßnahmen bzw. Handlungen im Sinne dieser Regelung im Wald (zum Beispiel das Abschneiden von Ästen oder Holzeinschläge, bei denen spezifizierte Baumarten anfallen) der Zustimmung des zuständigen AELF Krumbach (Schwaben) - Mindelheim für den Landkreis Günzburg und das AELF Augsburg für den Landkreis Augsburg. Dazu muss die entsprechende Maßnahme bzw. Handlung mindestens zwei Wochen vorher den Ämtern angezeigt werden. Sie können hierfür das entsprechende Antragsformular per E-Mail, Fax oder Post an uns senden. Nach dem Eingang des Antrages wird sich ein Mitarbeiter des AELF mit Ihnen in Verbindung setzen und die Details abklären.

Außerdem ist das Verbringen spezifizierter Pflanzen und Pflanzen der Gattung Sorbus oder Teilen davon, innerhalb der Quarantänezone und aus der Quarantänezone hinaus verboten. Die einzig praktikable Ausnahme hiervon bildet Laubholz, das nicht aus der Befallszone (100 m um Befallsbäume herum) stammt und auf 2,5 cm Stärke und Breite gehackt wurde. Wenn Sie bei der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) im amtlichen Register als Betrieb aufgenommen sind, bekommen Sie nach der Kontrolle jeden Hackgutes einen Pflanzenpass dafür. Damit können Sie die kontrollierten Hackschnitzel innerhalb der Quarantänezone, aber auch darüber hinaus transportieren, vermarkten oder verwerten.

Aktuelle Informationen

Asiatischer Laubholzbockkäfer (Foto: LFL Freising)

Asiatischer Laubholzbockkäfer (Foto: LfL Freising)

Ansprechpartner: Frau Prokscha (LfL Offenland), Hubert Forstner (Revierleiter Ziemetshausen), Frau Heckner (ALB Försterin AELF AU/KRU)

Ansprechpartner: Frau Prokscha (LFL Offenland), Hubert Forstner (Revierleiter Ziemetshausen), Frau Heckner (ALB Försterin AELF AU/KM)

Schild Quarantäne Zonen

Schild "Quarantäne Zone"

Grenzmarkierung der QZ im Wald

Grenzmarkierung der QZ im Wald

Schild Quarantänezone

Schild Quarantänezone

Sehr geehrte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer,

im Wald beginnt bald wieder die Einschlagssaison und für den Asiatischen Laubholzbockkäfers (kurz ALB) die nun ruhigere Phase der Larvenentwicklung im Holz. Darum möchte ich Sie nochmals an die wichtigste Maßnahme in der Quarantänezone erinnern: Kein Laubholz mitnehmen!
Eingeschlagenes Laubholz außer Eiche muss bis zum Ende der Quarantänezone am 31.10.2022 auf dem jeweiligen Flurstück verbleiben. Nur in Form von Hackschnitzeln mit 2,5 Zentimeter Länge und Breite und in Begleitung eines Pflanzenpasses ist es möglich, Laubholz zu verbringen und zu nutzen. Daher empfiehlt es sich in den meisten Fällen, mit der Holzernte noch bis zum Ende der Quarantänezone zu warten.
Sollten Sie Maßnahmen im Wald, in der Feldflur oder auch in Ihrem Garten planen, bei denen auch Laubholz anfällt, melden Sie dies bitte zwei Wochen vorher bei Ihren Ansprechpartnerinnen (siehe unten) oder am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an. Das Formblatt für den "Antrag auf Zustimmung zu einer geplanten Maßnahme" finden Sie direkt oberhalb.
Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Monitoring in der Quarantänezone

Försterin sieht mit Fernglas in die BaumkronenZoombild vorhanden

Bodensuche

Das Begehen der Bestände zur optischen Kontrolle der Laubbäume mit Ferngläsern gehört zu den wichtigsten Monitoringaufgaben in der Quarantänezone. Dazu sind vier Hilfskräfte im Amtsbereich in der Quarantänezone unterwegs und suchen die Bäume nach Befallsmerkmalen des ALBs ab. Da der Käfer sich bis zu zwei Jahre lang im Holz entwickelt sind seine Spuren an Bäumen wahrscheinlicher zu finden, als ein ausgeflogener Käfer, der nur wenige Wochen alt wird.
Kommt beim Monitoring ein Befallsverdacht auf, melden die Hilfskräfte diesen an das Amt, das geeignete Maßnahmen wie Kontrolle mit Hilfe einer Leiter, durch Baumkletterer oder Spürhunde veranlasst.
Sollte sich ein solcher Verdacht erhärten, werden Sie als Grundstückeigentümer natürlich informiert.
Bisher konnten alle kontrollierten Verdachtsfälle mechanischen Rindenschädigungen oder anderen Insekten, wie z.B. dem Blausieb oder dem Pappelbock, zugeschrieben werden.
Mann klettert in BaumkroneZoombild vorhanden

Baumkletterer

Werden vom Boden aus mit dem Fernglas verdächtige Stellen am Baum entdeckt, die auf Eiablagen, Einbohr- oder Ausfluglöcher hinweisen und vom Boden aus nicht zu erreichen sind, kommen Baumkletterer zum Einsatz. Mit Seilen gesichert können diese bis in die Kronen der Bäume gelangen und so die verdächtigen Stellen ganz aus der Nähe beurteilen. Daher sind sie eine wichtige Ergänzung des Monitorings, um Verdachtsfälle aufzuklären.
Durch den sehr guten und auf ALB trainierten Geruchssinn von speziell ausgebildeten Spürhunden können liegende Stämme, Holzpolter und Bäume bis etwa 4 m Höhe auf Befall kontrolliert werden. So sind Spürhundeteams, bestehend aus einem oder mehreren Hunden und dem oder der dazugehörigen Hunderführer/in, eine wichtige Ergänzung zum Bodenmonitoring. Eingesetzt werden sie vor allem zur Kontrolle von Verdachtsbäumen, gefällten Bäumen und von dicht mit jungen Laubbäumen bestockten Flächen.
PheromonfalleZoombild vorhanden

Pheromonfalle

Ergänzt wird die Suche nach Befallsmerkmalen durch die Suche nach fertig entwickelten Käfern. Dazu werden im Offenland und am Waldrand entlang Pheromonfallen aufgehängt, die weibliche Käfer mit Hilfe von Duftstoffen anlocken. Die Oberfläche der Fallen ist mit einer Antihaftsubstanz beschichtet, so dass sich die Käfer nicht festhalten können und in einem Behälter aufgefangen werden. Eine Ausrottung allein durch Lockstofffallen ist nicht möglich, aber sie bieten Hinweise darauf, ob im Bereich der Fallen Käfer unterwegs sind.
Daher werden in der Käferflugsaison vom Frühsommer bis zum Herbst 13 Fallen in den Landkreisen Günzburg und Augsburg am Waldrand ausgebracht.

ALB Projektleiterinnen

ALB Projektleiterin im Wald
Ilka Heckner

AELF Krumbach (Schwaben) - Mindelheim
Mindelheimer Straße 22
86381 Krumbach
Tel.: +49 8282 9007-2012
Mobil: +49 170 711 6239
E-Mail: poststelle@aelf-km.bayern.de

ALB Projektleiterin im Offenland
Carolin Prokscha / Vertreter: Markus Strölin

AELF Augsburg
Bismarckstraße 62
86391 Stadtbergen
Tel.: +49 821 43002-1911
Mobil: +49 162 1362 129 / Vertreter: +49 162 211 2842
E-Mail: ALB@LfL.bayern.de

Veröffentlichungen zum Asiatischen Laubholzbockkäfer